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  • Christian Messmer

Allerheiligen und Allerseelen – Lichter für die Toten

Die Gräber auf den Friedhöfen sind festlich herausgeputzt. Es ist wieder Zeit für Allerheiligen und Allerseelen. Wer an diesen Tagen die letzte Ruhestätte seiner Angehörigen besucht, dem bietet sich ein beeindruckendes Bild. Ein Lichtermeer aus sogenannten Seelenlichtern erhellt das abendliche Dunkel an diesen ersten Novembertagen. Traditionelle Festtage für die Toten, die nicht nur in unseren Breiten mit vielen Bräuchen gefeiert werden.

Arkardengang mit Grüften am Salzburger Kommunalfreidhof
Foto: Albert Gollackner

Was feiern wir an Allerheiligen und Allerseelen?

Wir gehen zurück ins vierte Jahrhundert nach Christus. In der Ostkirche existiert bereits ein Herrentag der Heiligen. Warum? Es gab damals schon zahlreiche Heilige und Märtyrer, sodass es schwierig wurde, jedem mit einem eigenen Fest zu gedenken. So legte man diese Feiertage auf einen Festtag zusammen. Die Westkirche war diesbezüglich später dran. Sie führte den Heiligenfeiertag Anfang des siebten Jahrhunderts ein und weitere 100 Jahre später wurde er durch Papst Gregor den Dritten auf den ersten November gelegt. Unser heutiges Allerheiligen also.

Aber was ist der Unterschied zwischen Allerheiligen und Allerseelen? Am ersten November feiern wir mit Allerheiligen das neue Leben, in das alle Heiligen eingehen. Damit sind alle Verstorbenen gemeint, die ins Paradies kommen. Nach dem Volksglauben steigen die Seelen in der Nacht auf Allerheiligen aus dem Fegefeuer auf, um sich von den Höllenqualen zu erholen. Die Grablichter wurden dabei als Wegweiser der Seelen zur Ruhestätte und als Schutz vor bösen Geistern interpretiert. Darauf folgt am zweiten November Allerseelen, der Tag des Totengedenkens für all jene, die noch auf das Paradies warten müssen.



Heimisches Brauchtum

Der Tag beginnt mit dem Gottesdienst und der Segnung der Gräber. Der abendliche Friedhofsbesuch am Grab, welches traditionell mit Kränzen, Blumen und Grablichtern (sogenannten ewigen Lichtern) geschmückt ist, beschließt den Feiertag.

Zum Brauchtum gehören aber nicht nur Lichter und Grabschmuck, sondern auch ein intaktes und schönes Grab. Die dafür notwendigen Arbeiten wie Reinigung, Renovierung, Gravuren, Schrifterneuerung oder die Instandsetzung werden von Steinmetzen getätigt. Es ist ratsam, sich rechtzeitig (ca. 2 Monate vor Allerheiligen) mit dem Steinmetz in Verbindung zu setzen, damit die gewünschten Arbeiten noch termingerecht ausgeführt werden können.

Allerheilignstriezel
Foto: Martin Bräuer

In Österreich und Süddeutschland gibt es zu Allerheiligen auch einen kulinarischen Brauch. Allerheiligenstriezel werden gebacken und an Tauf- oder Patenkinder verschenkt. Früher wurden damit auch Arme beschenkt, die sich mit Fürbitten für die Toten bedankten. Ging beim Backen etwas schief, so wurde das als Unglücksomen gesehen.



Halloween und Día de los Muertos

Die Zeit um Allerheiligen wird auch in anderen Ländern gefeiert, nur anders. Halloween (All Hallows' Eve, der Vorabend von Allerheiligen) wird in der Nacht auf den ersten November gefeiert. Es ist ein alter keltischer Brauch, der auf den Jahresbeginn Samhain zurückgeht. Von Irland aus gelangte der Brauch in die USA und von dort in die ganze Welt. Dabei sollen die Türen zu einer anderen Welt offenstehen und mythische Wesen durchstreifen die Nacht.

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Foto von de.freepik.com

Weltweit bekannt ist auch der „Día de los Muertos“ in Mexiko. Auch hier wird am Vorabend von Allerheiligen gefeiert und das nicht leise, sondern laut und bunt! Laut Volksglauben besuchen die Toten an diesem Tag ihre Familien. Zu Ehren der Verstorbenen wird ein farbenprächtiges Volksfest ausgerichtet. Blumen säumen die Straßen, Totenschädel und Todessymbole werden aufgehängt, Skelette stehen in den Schaufenstern, Konditoreien produzieren kunstvolle Süßigkeiten mit Totensymbolen wie das Brot der Toten (Pan de Muerto). Auch hier werden die Friedhöfe und Gräber prachtvoll dekoriert. Die Menschen verkleiden sich, machen Musik, tanzen und essen gut.



Für alle Steinmetzarbeiten in Zusammenhang mit Allerheiligen stehen wir Ihnen mit Rat und Tat zur Verfügung – Ihr Steinmetzmeisterbetrieb Fritz Gollackner.




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