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  • Albert Gollackner

Der letzte Weg: Bestattungsformen in Österreich

„Die Kultur eines Volkes erkennt man daran, wie es mit seinen Toten umgeht.“ Dieses 2.500 Jahre alte Zitat von Perikles, einem der führenden Staatsmänner Athens, ist heute aktueller denn je. Denn die Bestattungskultur in Österreich befindet sich im Wandel. Die Wahl der letzten Ruhestätte ist so vielfältig wie nie zuvor. Aber was bieten die neuen Trends im Vergleich zum traditionellen Grab? Überdauern diese auch den Lauf der Zeit so wie das Zitat von Perikles?


Grab mit Statue am Kommunalfriedhof Salzburg | © Georg Strobl

Traditionelle Erdbestattung

Die Erdbestattung mit Grabstein ist nach wie vor eine der gängigsten Bestattungsformen in Österreich. Diese traditionelle Art der Bestattung bietet Angehörigen die Möglichkeit, einen würdigen Ort der Erinnerung zu errichten und somit eine Verbindung zur/zum Verstorbenen aufrechtzuerhalten. Der Grabstein dient dabei nicht nur als Markierung der Gedenkstätte, sondern ist auch Ausdruck der individuellen Persönlichkeit, welche auf diese Weise noch über viele Generationen hinweg in Erinnerung bleibt. Die Gestaltungsmöglichkeiten sind hierbei mannigfaltig. Neben zahlreichen Steinarten und Stilmöglichkeiten sowie Statuen ist auch die Anbringung von Fotos, Symbolen sowie zusätzlichen Sprüchen oder Versen möglich. Das Grab kann je nach Wunsch bepflanzt oder mit einer Abdeckplatte aus Naturstein versehen werden. Das Erdreich mit dem eingelassenen Sarg braucht ca. 6 - 12 Monate, bis es sich verfestigt hat. Dann kann der Grabstein bzw. auch die Einfassung und mögliche weitere Grabgegenstände positioniert werden.



Gräbervielfalt am Kommunalfriedhof Salzburg | © Georg Strobl


Feuerbestattung

Die Zahl der Einäscherungen in Österreich ist seit vielen Jahren zunehmend. Sie eröffnet verschiedene Bestattungsmöglichkeiten. So ermöglicht sie den Angehörigen, die Asche des Verstorbenen in einem individuell gestalteten Urnengrab beizusetzen oder an einem persönlichen Ort zu bewahren. Diese Form der Bestattung bietet viel Raum für kreative Gestaltungen, wie auch die Aufstellung eines schönen Grabdenkmals mit Bepflanzung oder Abdeckplatte. Zunehmend ist mittlerweile auch der Wunsch nach Urnensäulen bzw. Urnenstelen. Hier findet sich Platz für mehrere Urnenkapseln. In Verbindung mit der Feuerbestattung hat sich auch ein neuer Trend entwickelt: Dabei wird aus einem Teil der Asche ein Diamant gepresst, den man aufbewahren oder als Schmuckstück tragen kann.

Urnenstelen am Kommunalfriedhof Salzburg | © Georg Strobl

Baum- und Naturbestattung

Durch den Wunsch vieler Mensch nach Naturnähe werden neuerdings auch Natur- und Baumbestattungen angeboten. Diese können aber nur durch eine vorherige Einäscherung erfolgen. Erst dann wird die Asche des Verstorbenen nahe einem Baum beigesetzt, der als Symbol des Lebens steht. Bei dieser naturnahen Abschiednahme gibt es keine Möglichkeit einer individuellen oder symbolischen Anbringung zur Erinnerung an den Verstorbenen.


Seebestattung

Für Menschen mit einer engen Bindung zum Wasser bieten Seebestattungen eine eigene Möglichkeit der letzten Ruhe. Wie der Name schon nahelegt, wird die Asche auf hoher See verstreut und Angehörige können bei Bedarf an der Zeremonie teilnehmen. Für diese Form der Bestattung gibt es in Österreich bis auf einen niederösterreichischen Ort an der Donau keine weitere Möglichkeit. An Seen sowie Flüssen ist diese Bestattung in Österreich verboten. 


Anonyme Bestattung

Bei der anonymen Bestattung verliert der Verstorbene seine Identität. Diese Bestattungsform bietet keine Möglichkeit zur Errichtung einer Gedenkstätte oder eines Grabsteines. Hinweise auf Name oder Lebensdaten des Verstorbenen gibt es hierbei nicht. Diese Bestattungsform wird meistens von Menschen gewählt, die keine Angehörigen oder Freunde haben und für sich bleiben wollen – auch im Tod.

Kerzengedenken am anonymen Urnenfeld am Kommunalfriedhof Salzburg | © Georg Strobl

Fazit

Trotz der Vielfalt an modernen Bestattungsformen bleibt die Erdbestattung mit Grabstein eine zeitlose und bedeutungsvolle Wahl. Der feste Ort des Gedenkens, verbunden mit einem individuell gestalteten Grabstein, schafft Raum für Trauer, Erinnerung und die Pflege der Verbindung zum Verstorbenen. Unabhängig davon, welche Art von Grabdenkmal Sie sich wünschen – der Steinmetzmeisterbetrieb Fritz Gollackner verewigt Ihre Liebsten in Stein und schafft einen ganz persönlichen Ort für die Erinnerung.




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