Die Festung Hohensalzburg
- Christian Messmer
- vor 2 Tagen
- 3 Min. Lesezeit
Das Wahrzeichen der Stadt Salzburg thront seit fast tausend Jahren über der Stadt. Unten sieht man ehrfürchtig hinauf. Wer sich wohl früher hinter den hohen Mauern verschanzt hat? Wie kommt eine eher kleine Stadt überhaupt zu so einer großen Burg? Die Festung Hohensalzburg und die Macht der Erzbischöfe – wir beleuchten die Geschichte und Geschichten einer der größten noch erhaltenen Burganlagen Europas.
Auf Salz gebaut
Salz war im Mittelalter ein begehrtes und seltenes Gut. Man könnte sagen, es war das weiße Gold des Mittelalters. Mit dem Ertrag aus den Salzminen im Land Salzburg (vor allem aus dem Dürnberg) wuchs ab dem 12. Jahrhundert der Einfluss und die Macht der Salzburger Erzbischöfe in Europa. Salzburg spielte eine zentrale Rolle im europäischen Salzgeschäft. Zum Salzburger Reichtum trugen aber auch Gold- und Silberminen im Gebiet des Tauern bei. Um das Verhältnis klarzustellen: 1557 sorgte Salzburg für 10 % der weltweiten Goldproduktion! Mit dem Profit wurde auch der Schutz vor Rivalen immer wichtiger und so wurde die Festung Hohensalzburg mit jedem Erzbischof immer weiter ausgebaut.
Machtsymbol und Schutzraum
Im Jahr 1077 beschloss Erzbischof Gebhard I. von Helffenstein eine Befestigungsanlage in Salzburg zu errichten. Der Grund dafür war ein Streit zwischen dem deutschen Kaiser Heinrich IV. und Papst Gregor VII. Letzteren unterstützte das Erzbistum Salzburg. Auf dem steilen Felskegel bot sich die strategisch perfekte Lage für eine Burg am Nordrand der Alpen, von der man den Salzhandel über die Salzach kontrollieren konnte. Die frühe Burganlage war mit Wohnturm, kleiner Kirche und Wohngebäude samt Mauerring noch verhältnismäßig klein. Sie stellt heute den Kern des sogenannten Hohen Stockes dar. Vom 12. bis zum 14. Jahrhundert wurden weitere Teile wie der äußere Befestigungsring angelegt, welcher der heutigen Ausdehnung der Burg entspricht. Als Baumaterial diente fast ausschließlich der Dolomit des Festungsberges. In den Innenräumen wurde zum ersten Mal nördlich der Alpen Gipsstuck verwendet. Schon diese romanische Burg war eine Machtdemonstration der Erzbischöfe.
Prunkräume der Festung: Die goldene Stube und der Kachelofen | © Rene Rivers
Der gotische Teil der Burg diente hauptsächlich als Verteidigungsanlage. Der repräsentative Status wurde aber nie vernachlässigt. So vollzog sich im 15. Jahrhundert und Erzbischof Leonhard von Keutschach der Umbau zu einem wehrhaften Wohnschloss mit Geschütztürmen und kunstvoll ausgeführten Fürstenzimmern. In der Renaissance und im Barock, und hier vor allem während des Dreißigjährigen Krieges sowie der Bauernaufstände und der vorrückenden Türkenheere, war die Festung ein sicherer Schutzort. Dafür sorgten neben dem politischen Geschick der Erzbischöfe auch Bollwerke, Basteien und kostspielige Schanzarbeiten rund um die Stadt und die Stadtberge. Auch wenn die Burg während der Napoleonischen Kriege kampflos übergeben wurde, so wurde sie doch nie militärisch erobert.

Aus der Perspektive der Erbauer ist eines klar: Die Errichtung dieser großen Burganlage sowie die repräsentativen Ausschmückungen aus Naturstein wären ohne eine Vielzahl an Steinmetzen nicht möglich gewesen.
Die Salzburger Stierwascher
Bis heute erzählt man sich die Geschichte der Salzburger Stierwascher auf der Festung, die aber keine historischen Belege vorzuweisen hat. Und die geht so:
Während einer Belagerung der Stadt war der Lebensmittelnachschub unterbrochen. Den Salzburgern ging langsam das Essen aus und so blieb nur noch ein braun gefleckter Stier übrig. Da griffen die Belagerten zu einer List: Um die feindliche Schar zu demoralisieren wurde dieser eine Stier auf der Festungsmauer täglich den Feinden vorgeführt. Dabei malte man ihn aber jedes Mal anders an, sodass die Feinde glauben mussten, dass es noch viele Tiere auf der Burg gab und der Aushungerungsplan nicht funktionierte. Nach drei Tagen zogen die Kriegsknechte ungetaner Dinge ab und der Stier wurde gefeiert und an der Salzach gewaschen, bis er wieder seine ursprüngliche Fellfarbe hatte.

Die Sehenswürdigkeit
Die Festung Hohensalzburg ist eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Österreichs mit über einer Million Besuchern pro Jahr! Eine weitere Besonderheit ist die sogenannte Tröpferlbahn – die Standseilbahn, welche von der Stadt nach oben führt. Sie wurde 1892 eröffnet und funktionierte mit Wasserkraft aus dem Almkanal. Heute fährt sie mit Strom. Oben angekommen hat man nicht nur eine wunderbare Aussicht auf die Stadt und das Alpenvorland, sondern kann bei einem Rundgang viele Museen besuchen (Festungs-, Marionetten-, Rainer-Regimentsmuseum), im Restaurant essen oder zu Weihnachten den sehr idyllischen Christkindlmarkt im Burghof besuchen.










Kommentare