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  • Christian Messmer

Weltbedeutende Grabdenkmäler aus Stein

Grabdenkmäler aus Stein waren schon immer ein Versuch der Menschen, den Tod zu überdauern und über die Zeiten in Erinnerung zu bleiben. Die ältesten erhaltenen Grabdenkmäler in Europa sind auf ca. 6.000 v. Chr. datiert und stehen noch heute als unbehauene hohe Steine (Menhir) auf und neben Gräbern. Die Kulturgeschichte der steinernen Grabdenkmäler zeigt vielfältige Formen, Größen und Bauarten. Wir haben uns auf die Suche nach den bedeutendsten Grabdenkmälern der Welt gemacht und uns vier davon genauer angesehen.


Cheopspyramide

Pyramiden sind bis heute Baudenkmäler voller Geheimnisse. Allein schon wie ihre Erbauung damals möglich war und welche Funktionen sie hatten, birgt Stoff für zahlreiche Mythen. Im alten Ägypten dienten die Pyramiden als Gräber mächtiger Pharaonen und als Haus, in welches sie nach ihrem Tod zurückkehren sollten. Wie auch anderswo bauten die Ägypter zuerst ausschließlich Stufenpyramiden. Erst unter Pharao Snofru änderte sich das eher unbeabsichtigt. Denn für seine Pyramide forderte er während des Baues eine größere Höhe, sodass sich ein steilerer Winkel ergab und das Bauwerk bekam eine glatte Außenwand.

Die Pyramiden von Giseh mit der Cheopspyramide
Pyramiden von Gizeh | Foto: PxHere

Die weltweit berühmtesten Pyramiden stehen in Gizeh. Sie wurden für die Pharaonen Cheops, Chephren und Mykerinos erbaut und sind das einzig noch heute erhaltene der sieben Weltwunder der Antike. Die höchste dieser Pyramiden ist auch die weltweit höchste und war 4.000 Jahre lang überhaupt das höchste Bauwerk der Welt. Wir sprechen hier von der Cheops Pyramide mit einer ursprünglichen Höhe von ca. 147 m. 2,3 Millionen Steinblöcke mit einem Gewicht von je 2,5 Tonnen wurden für diesen gigantischen Bau benötigt. Nur um das in eine Relation zu bringen: Mit all diesen Steinen könnte man eine drei Meter hohe Mauer rund um Frankreich errichten. Laut Geschichtsschreiber Herodot waren über 100.000 Arbeiter auf der Baustelle tätig. Diese waren nach neueren Erkenntnissen wohl eher nicht Sklaven, sondern Bauern im Frondienst sowie einfache Arbeiter. Der örtlich vorkommende Kalkstein (wir sprechen hier von Entfernungen bis zu 800 km) wurde wohl mit Schiffen und dann über Kanäle zur Baustelle transportiert. Für die glatte Außenschicht wurde Tura-Kalkstein verwendet, der heute kaum noch erhalten ist. Wie all diese Steine auf die Pyramide gehievt wurden, ist noch immer nicht geklärt. Die Steinmetze arbeiteten unglaublich exakt. Obwohl kein Mörtel verwendet wurde, passt zwischen keinen der Steine eine Postkarte. Bereits im 23. Regierungsjahr von Cheops ca. 2.600 v. Chr. war seine Pyramide fertiggestellt. In ihr befindet sich zwar noch ein Steinsarg in einem marmorvertäfelten Raum, die Mumie und Grabbeigaben wurden aber geplündert.


Taj Mahal

Tausende Jahre nach dem Bau der Cheops Pyramide, um genau zu sein im Jahr 1648, entstand am Stadtrand von Agra in Indien ein märchenhafter Prachtbau. Der muslimische Großmogul Shah Jahan hatte ihn zum Gedenken an seine 1631 verstorbene große Liebe und Hauptfrau Mumatz Mahal erbauen lassen. Sie starb nach der Geburt ihres 14. Kindes und wünschte sich ein Mausoleum nach Ihrem Tod. Mit vor Ort gebrannten Ziegelsteinen, die mit weißen Marmorplatten verkleidet wurden, entstand innerhalb von ca. 16 bis 20 Jahren ein wahrhaft paradiesischer Totenpalast. Das Bauwerk steht auf 10.000 m2 Marmorplatten und umfasst neben dem 58 m hohen Hauptgebäude mit Kuppel auch vier Minarette eine Moschee und einen ca. 18 Hektar großen Park. Man schätzt, dass etwa 20.000 Arbeiter am Bau beteiligt waren. Marmor, Edelmetalle und Edelsteine wurden mit tausenden Elefanten aus ganz Indien herbeigeschafft. Die Verschmelzung islamischer und indischer Elemente macht die Architektur so besonders. Der Großmogul und seine Frau liegen noch immer dort begraben. Seit 1983 gehört der Taj Mahal zum Weltkulturerbe der Menschheit.

Taj Mahal im Sonnenaufgang
Taj Mahal | Foto: PxHere

Monumento a Vittorio Emanuele II

Bei einem Rombesuch kommt man kaum an diesem neoklassizistischen Monumentalbau vorbei. Gewidmet ist das Denkmal König Viktor Emanuel II, dem ersten König des Königreichs Italien. Es befindet sich an der Piazza Venezia nahe dem Forum Romanum auf dem Kapitolshügel und wurde 1927 als Nationaldenkmal Italiens vom Architekten Giuseppe Sacconi fertiggestellt. Die Gigantomanie seiner Pläne hatte leider auch einen großen Preis. Um für den Bau Platz zu schaffen, wurden mitten in Roms Zentrum antike Bögen, Türme, Kirchen, Palazzi und ganze Straßenzüge abgerissen. Die archäologischen Verluste sind heute kaum abzuschätzen.

Gigantomanie mitten in Rom
Monumento a Vittorio Emanuele II | Foto: PxHere

Neben den riesigen Dimensionen mit Höhen bis zu 70 m und einer Breite von 135 m stechen sofort die 40 m breite Marmortreppe, die zwölf Meter hohe und 50 Tonnen schwere bronzene Reiterstatue des Königs und die tempelartige Säulenreihe im Hintergrund mit zwei Streitwagenstatuen (Quadriga Einheit und Freiheit) am Dach ins Auge. Als Baumaterial wurde Botticino-Marmor aus der lombardischen Provinz Brescia verwendet, da das ursprünglich angedachte Material Travertin nicht in diesen enormen Mengen (ca. 30.000 m2) und gleichbleibender Qualität zur Verfügung stand. Im Inneren findet sich neben dem Museo del Risorgimento, dem Grabmal des unbekannten Soldaten und dem Altar des Vaterlandes auch die ewige Flamme, welche Tag und Nacht von zwei Soldaten bewacht wird. Das Bauwerk hat durch die Einvernehmung Mussolinis für seine faschistische Propaganda einen kontroversen Beigeschmack. Die Römer nehmen es inzwischen aber mit Humor und bezeichnen das Bauwerk aufgrund seines ersten Eindrucks auch scherzhaft als „Macchina da scrivere“ (Schreibmaschine) oder gar als „Gebiss der alten Tante“.


Mausoleum des Theoderich

Wir bleiben in Italien und begeben uns nach Ravenna, wo das Mausoleum des ostgotischen Königs Theoderich steht. Was es so besonders macht? Es wurde im sechsten Jahrhundert n. Chr. errichtet und gilt als außergewöhnliche Bauleistung für seine Zeit. Ungewöhnlich ist bereits der zehneckige Grundriss mit seinen zwei Ebenen. Eine mit Grabkammer und eine mit Kapelle. Das Untergeschoss besteht aus fugenlos zusammengesetzten Steinblöcken und trägt eine Zwischendecke, deren Stabilität durch Einsetzen eines Schlusssteines gewährleistet ist. Im Zentrum des Obergeschosses befindet sich eine massive Wanne aus Porphyr (Vulkangestein) mit dicken polierten Wänden. Hauptmerkmal des Bauwerkes ist die massive Dachkuppel aus istrianischem Kalkstein mit ca. 11 m Durchmesser. Sie besteht aus einem einzigen Monolithen und wiegt ca. 230 Tonnen! Diese architektonische Leistung ist für die Spätantike außergewöhnlich und wurde wohl von römischen Steinmetzen vollbracht. König Theoderich hat hier aber nicht lange seine letzte Ruhe gefunden­, denn nur wenige Jahre nach seinem Tod eroberten die Byzantiner Ravenna und beseitigten alle Spuren des „fluchwürdigen Ketzers“. Denn Hass hatte sich der amalische Eroberer durch die jahrelange Belagerung der Stadt (Rabenschlacht) sowie die anschließende eigenhändige Hinrichtung seines Kontrahenten zugezogen.

Mausoleum des Theoderich

Grabdenkmäler aus Stein müssen aber nicht immer monumental sein. Egal welche Größe oder Form – Ihr persönliches Steindenkmal erstellt der Steinmetzmeisterbetrieb Fritz Gollackner ganz nach Ihren Wünschen.

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